Das Leben und so

August in Kürze

Gute Tat des Monats: Streit verhindert. Leckerchen auf dem Boden, von jeder Seite ein Hund darauf zurennend. Zwei geöffnete Schnauzen, erstarrend, ratlose Blicke zu mir. Zweites Leckerchen dazu gelegt. Bin ich nicht klug?

Böse Tat des Monats: Kalle angeschrien. Ganz böses Frauchen, ich weiß. Aber kann ihm nicht mal jemand die Grundsätze der positiven Verstärkung erklären? Ich möchte nicht immer über Schreckreize erzogen werden. Jedes Mal, wenn ein Auto vor dem Haus hält, bellt er so laut und plötzlich, dass mir fast das Herz stehen bleibt. Kann er nicht stattdessen klickern, wenn ich zum Fenster gehe und nachschaue? Trotz allem hat mich seine Reaktion im Nachhinein gefreut: Er kam zu mir und stupste an meine Hand. Früher wäre er zurückgewichen und hätte mich angeknurrt. Mittlerweile weiß er, dass ich ihm nichts tue, auch wenn ich wütend auf ihn bin.

Rätsel des Monats: Was ist das?

Eine Rebellion? Der Kotbeutel als Akt des zivilen Ungehorsams? Eine Art Kunstprojekt? Oder einfach nur Blödheit? Im Monatsrückblick Juni hatte ich ja über die hiesige Mülleimersituation berichtet. Aber liebe Leute, das hier scheint mir die denkbar schlechteste Lösung zu sein.

Erkenntnis des Monats: Moblitätsübungen mit trickerfahrenem Hund sind nicht einfach. Da wollte ich die Übungen von Doggy Fitness mit Mia ausprobieren. Sie war anderer Meinung: Warum denn langweilige Sitz-Platz-Wechsel? Ich kann doch Männchen-Winken-Rolle-Kriechen-Dreh-Hop-Betteln-Rückwärts-Peng!

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Dummheit des Monats: Festgestellt, dass meine alte Inlinerausrüstung noch passt. Den Schätersky geschnappt und Inlinerfahren gegangen. Bedenken hinsichtlich der Kombination aus zu Panik und Wut neigendem Hund und rollendem Frauchen ausgeblendet. Ging aber alles gut. Bergab war ein wenig wacklig. Kalle aber rücksichtsvoll und kooperativ. „Das ist aber ein braver Hund“, meinte die vorbeifahrende Omi. Wenn die wüsste.

Verrücktheit des Monats: Der Deklarationswahnsinn. Hat nicht unbedingt etwas mit Hunden zu tun, muss ich jetzt aber mal loswerden. Die ganze Zeit keine Zahnpasta mit Vitamin B12-Zusatz, weil auf der Verpackung nicht stand, dass die Wirksamkeit nicht ausreichend wissenschaftlich belegt ist. Hat ja auch keiner behauptet. Ich möchte ja kein Paper darüber lesen, sondern meine B12-Versorgung verbessern. Und das ist da enthalten und wird anscheinend auch vom Körper aufgenommen, sonst wären meine Werte nicht in Ordnung. Auch die Tofuwürstchen dürfen nicht mehr so heißen. Könnte ja jemand auf die Idee kommen, sie seien aus Fleisch. Wenn er die erste Hälfte des Worts überliest. Was ist denn jetzt mit der Sonnenmilch? Enthält keine Milch! Betrug! Gleichzeitig dürfen Plastikverpackungen viel zu groß sein und unnötigen Müll produzieren. Besonders bei Hundefutter ärgert mich das immer wieder. Von den Haltungsbedingungen sogannter Nutztiere fange ich jetzt gar nicht erst an. Nur eines: Tofuwürstchen sind nicht der wahre Feind.

Buch des Monats: „Dogwalk“ von Ursula Löckenhoff. Nach der tollen Rezension bei The Pell-Mell Pack konnte ich nicht widerstehen, als mir dieses Buch bei einem „zufälligen“ Besuch in der Buchhandlung „zufällig“ begegnete. Ursula Löckenhoff ist mir sehr sympathisch und ich mache viele Dinge bereits so, wie sie es in ihrem Buch vorschlägt. Obwohl ich das mit so vielen Hunden vermutlich nicht könnte. Außerdem schafft sie es, sich knapp und präzise auszudrücken, was das Lesen wirklich angenehm macht. Drei wichtige Dinge, die ich dazu gelernt habe: Ich könnte meine Stimme mehr einsetzen, besonders zur Motivation der Hunde. Ich bin immer so auf Körpersprache konzentriert, dass ich das naheliegendste Instrument zur Kommunikation womöglich nicht genug nutze. Außerdem sollte ich Mia vielleicht mehr einbinden. Während Kalle als „Bodyguard“ eine Art „Dauerauftrag“ hat (zumindest in Bereitschaft), ist meine „Diplomatin“ doch häufig sich selbst überlassen und mehr mit Mäusen beschäftigt als mit uns. Drittens das Fliegerspiel: Ich renne mit ausgebreiteten Armen, Richtung und Tempo variierend, die Hunde sollen mir folgen. Besonders für Kalle, der beim Rennen sehr schnell hochfährt, eine tolle Übung. Zur Zeit habe ich noch leichte Schwierigkeiten: Motiviere ich ihn, schießt er leicht an mir vorbei. Bremse ich, lässt er sich zurückfallen. Ich arbeite daran, die Intensität meiner Signale weiter herunterzuschrauben.

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Begegnung des Monats: Der Hund, der uns anbellt, ist unsicher und ängstlich. Ich sitze auf dem Boden und versuche, Ruhe und Friedfertigkeit auszustrahlen. Meine Hunde stehen hinter mir und schauen demonstrativ in eine andere Richtung. (Kalle brauchte ein wenig Unterstützung meinerseits, hat aber nun zur Ruhe gefunden.) „Der ist harmlos“, ruft uns der Besitzer zu. Das ist ja nun nicht das Schlechteste, das man rufen kann. Besser als „Der tut nichts“, weil klarer definiert. Und es stimmt: Dieser Hund ist wirklich harmlos. Trotzdem gibt es Verbesserungsbedarf. Erstens ist diese Information überflüssig. Wenn ich Zweifel an der Harmlosigkeit eines Hundes habe, bringe ich mein Gesicht wohl kaum auf die Höhe seiner Zähne. Zweitens ist das kein Grund, ihn sich selbst zu überlassen. Er bräuchte Unterstützung durch seinen Menschen, wird aber stattdessen mit der Gefahr (also uns) alleine gelassen.

Glücksmoment des Monats: Kalle beim Schlafen in der Sonne beobachtet. Es gibt keinen friedlicheren Anblick als den eines schlafenden Hundes. Und dass er mittlerweile draußen so entspannen kann, kommt mir noch immer wie ein kleines Wunder vor.

0 Comments

  • Isabella mit Damon und Cara

    Eine schöne Zusammenfassung – die gute Tat hat mir schon ein Lächeln ins Gesicht gezaubert!
    Beim Rätsel des Monats könnte ich hier auch noch ein paar Bilder beisteuern, verzichte aber gerne darauf. Wobei ich mich immer frage, wieso packe ich etwas ein, was ich dann doch liegen lasse? Dann doch eher nicht einpacken – sollte man denken!
    Das Buch des Monats steht auch auf meiner Liste – ich freue mich immer, wenn ich in meinen Kaufabsichten bestätigt werde!

    Liebe Grüße,
    Isabella mit Damon und Cara

  • Socke- nHalterin

    Da ist er wieder der ganz besondere Rückblick auf den in mich jeden Monat freue. Wenn die Tüten in Münster liegen würden, würde ich spontan von Kunst ausgehen, weil wir doch im Moment die Skulpturenprojekte hier haben. Ansonsten gehe ich von Bequemlichkeit und fehlender Umsicht aus….

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke

  • Johanna

    Ich habe Aileen zwar noch nie angeschrien 😉 aber das mit den Schreckreizen und der positiven Verstärkung müsste man ihr auch mal erklären. 😀 Wegen ihr hat ein Kollege kürzlich seinen Kaffee verschüttet und auch ich zucke noch oft genug zusammen.
    Von Begegnungen könnte ich auch schon wieder viel erzählen, die Stadt Kiel macht den Hundealltag spannender. 😀 Und ich bin dann abends immer froh, zuhause im Dorf spazieren zu gehen.
    In Kiel gibt es diese Kunst nicht, jedenfalls nicht da wo ich unterwegs bin, hier lassen sie alles gleich so liegen ohne es vorher extra noch zu verpacken.

    • Schätersky und Frauchen

      Dann bewundere ich dich, du hast wohl bessere Nerven als ich. 🙂 Mittlerweile wirken bei mir auch schon die Autotüren als sekundäre Reize und ich zucke zusammen, wenn ich eine höre – auch wenn Kalle nicht in der Nähe ist. 🙂
      Im Stadtbereich war ich noch nie spazieren und habe auch nicht, das in nächster Zeit auszuprobieren. 🙂
      Liegenlassen ist nicht schön, erscheint mir aber immerhin… konsequenter. 😉

      • Johanna

        Ein bisschen empfindlich bin ich bei manchen Reizen auch und oft ganz erstaunt, dass Aileen die dann in dem Augenblick kalt lassen (im nächsten dann nicht – Überraschung!). 😀 Oft nimmt sie aber auch Dinge war, die ich gar nicht mitbekomme und dann zucke ich ganz schön zusammen wenn sie losbellt. 😉

        Wenn es nicht sein muss würde ich das mit der Stadt auch lassen. Ich arbeite nun allerdings dort und Aileen kommt mit. Aber Stadt ist schon spannend, von den vielen freilaufenden Hunden mit ihren unerzogenen Herrchen und Frauchen mal abgesehen gibt es gruselige Löcher im Boden und solche Sachen. 😀

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