Das Leben und so

Der Schätersky – eine Gebrauchsanleitung

Vor einiger Zeit hat Lizzy auf ihrem Blog eine Gebrauchsanweisung für den Wildfang und das Indianermädchen geschrieben. Tatsächlich habe ich auch schon mal so eine Anleitung für Kalle geschrieben. Nicht für die Komplettbetreuung (das wäre dann wohl eher ein Buch), sondern nur für den Spaziergang. Für Hundebegegnungen, um genau zu sein. Denn die sind mit Kalle schon eine Wissenschaft für sich (wie meine Oma gesagt hätte). Diese Anleitung war für meine Mutter bestimmt, die regelmäßig mit den Hunden spazieren geht, wenn ich länger an der Uni bin. Jetzt gibt es sie hier exclusiv und einmalig zu lesen.

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Er mag keine Hunde. Dinosaurier sind okay.
Vorher noch kurz das übliche Gedisclaimere: Diese Anleitung wurde von einem bestimmten Menschen (mir) für einen bestimmten Hund (Kalle) geschrieben. Insbesondere ist Kalle ein Hund, der keine Gefahr für andere Hunde darstellt und niemanden verletzt. Andere Hunde können anders sein. Ich mag Kalle-Spezialistin sein, bin aber ansonsten keine Expertin. Nachahmung auf eigene Gefahr.

Und noch etwas, bevor ich Ärger bekomme: Ich verwende als Abbruchsignal ein Scht. Nein, das stimmt nicht von Cesar Millan und ich wende seine Methoden nicht an. Dieses Signal hat den Vorteil, dass hund es auch in geringer Lautstärke gut hört. Cesar Millan ist nicht der Einzige, der es verwendet. Tatsächlich schrieb Dorit  Feddersen-Petersen bereits 2004: „Ein zeitgerechtes Strafen (Wegstoßen mit zischendem Laut ö. Ä.) indes, bedeutet nicht selten den Beginn eines mühevollen Prozesses – und ist biologisch sinnvoll.“ [1] Und wenn mir irgendjemand mit einer Urangst vor Schlangen kommt, werde ich… etwas gaaanz Schreckliches tun. Denjenigen Anzischen! Hunde haben keine Urangst vor Schlangen. Das kann man leicht bestätigen. Man benötigt nur zwei Zutaten: Einen Hund und eine Schlange. Sollte gerade keine Schlange zur Hand sein, kann man ein längliches Objekt schlängelnd durch hohes Gras bewegen und zuschauen, wie der Hund darauf hopst. Übrigens ist das wichtig zu wissen, wenn man tatsächlich in Gebieten unterwegs ist, in denen es gefährliche Schlangen gibt. Die meisten Hunde reagieren auf Schlangen mit Interesse oder Beutefangverhalten. Bitte niemals davon ausgehen, dass der Hund sich instinktiv von Schlangen fernhält!

Okay, jetzt bin ich wohl ein bisschen vom Thema abgekommen. Klammer zu, weiter im Text. Aus Gründen der Faulheit Authentizität habe ich den Text nicht abgetippt, sondern das handgeschriebene Original gescannt. Erfreulicherweise sehen die Seiten so aus, als seien sie tatsächlich mehr als ein Mal gelesen worden. Falls irgendetwas unleserlich geworden ist, bitte Laut geben.

Seite 1

Seite 2

Seite 3

Tolle Grafik

Gerade überlege ich, ob mir das peinlich ist. Ein bisschen vielleicht… aber doch nicht so sehr.

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Lieber in Deckung bleiben.

[1] Dorit Feddersen-Petersen, Hundepsychologie, Kosmos, 2004

0 Comments

  • buddyschreibt

    Jetzt hatten wir gerade so einen tollen Kommentar geschrieben und dann? Weg, einfach weg!
    Also nochmal: Herrlich! Ein großes Lob an deine Mama unbekannterweise. Peinlich muss da nichts sein – wir zumindest finden es eher toll, dass ihr alle an einem Strang zieht!
    Außerdem hegt sich der Verdacht, dass wir die Anleitung bei einem unserer Rudelmitglieder auch anwenden könnten 🙂
    Liebe Grüße von uns!

    • Schätersky und Frauchen

      Hm, seltsam. Ein Geistkommentar, der einfach verschwindet. Danke für das erneute Schreiben. 🙂
      Ja, da habe ich Glück. Ich wüsste nicht, wem ich meinen Rabauken sonst zeitweise anvertrauen könnte. Werde euer Lob weitergeben. 🙂
      Liebe Grüße von uns zurück!

  • Stephie von The Pell-Mell Pack

    Die Gebrauchsanleitung muss ich mir nachher auf dem PC noch mal anschauen. Aber die auf dem Handy überflogenen Überschriften sehen klasse aus und ich woll mal schauen, was wir da stibitzen können.
    Auch von mir ein großes Kompliment an deine Mutter. Bei meinem Vater konzentriere ich mich auf 2-3 überlebenswichtige Sätze (Luna beißt Menschen, so richtig. Also nur mit Maulkorb. Hör mir zu, ich meine das Ernst, …) und beten. Ich stelle mir gerade seinen Blick vor, hätte er eine so detaillierte Anleitung erhalten. 😂
    Bei uns wird übrigens auch ein kurzer Shht-Laut zum Abbruch genutzt. Daher hat dein Disclaimer gerade einen herzlichen Lacher bei mir ausgelöst. Die hanebüchene Urangst vor Schlangentheorie ist mir zum Glück noch nicht begegnet.
    Herzliche Grüße
    Stephie mit Enki und Luna

    • Schätersky und Frauchen

      Gerade schaue ich Kalle an und sage ihm, wie toll ich es finde, dass er keine Menschen beißt. Tapfer von deinem Vater, dass er trotzdem mit Luna spazieren geht. 🙂
      Tatsächlich habe ich schon Leute behaupten hören, dass jeder S/Sch-Laut diese Urangst weckt und deshalb niemals in der Hundeerziehung eingesetzt werden darf. Dann wären wohl die Besitzer von Sisko, Struppi und Susi allesamt Tierquäler. Und was ist eigentlich mit „Sitz“? Viel zu furchteinflößend! Bitte nur die Buchstaben h, b, l, w, n, m und Vokale in Wortsignalen verwenden! 😉
      Herzliche Grüße,
      Nora mit Mia und Kalle

      • Stephie von The Pell-Mell Pack

        Hm, und was ist mit so elementaren Kosenamen wie „Scheißköter“? Oh mein Gott, ich nähre konstant Enkis Urängste. Wie tapfer von ihm, dass er sich das nicht anmerken lässt. Da wird es zur Belohnung gleich mal Schinkenwürfel, Schnuffeltuch und Schmuseeinheiten geben. Natürlich verbal vorher angekündigt, damit er sich nicht erschreckt.
        Und Luna beißt nur Menschen, die sich in ihrem Sichtbereich befinden und sich nicht angemessen vorher vorgestellt haben. Also gar nicht soooo viele. 🙂 Nein, im Ernst. Luna hat da ein „Erstkontakt-Trauma“, das aber gut zu handeln ist wenn man weiß wie. Einzig, bei dem wie hört mein Vater nicht wirklich zu. Und ich glaube, er nimmt das Problem noch nicht mal ernst, weil er es live noch nicht erlebt hat.

        Herzliche Grüße
        (oh Gott, muss ich jetzt zur Effi werden?) mit zum Glück den namenskompatiblen Enki und Luna

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