Allgemein

Die bewegende, tief berührende Geschichte eines untalentierten Kamels fernab der Heimat

Kamel

Im Flussbett

Kann nicht klöppeln

Es möchte nach Hause

Langwierig

2017_48.17_zwei_lz | 365tageasatzaday
Graphik von ludwigzeidler.de

Siehst du, liebes Schwesterchen, ich veröffentliche unser Gedicht zu den abc.etüden tatsächlich. Dein Einfall mit dem Elfchen war wirklich grandios. Und das Kamel als Protagonist und Sympathieträger in diesem Werk ist geradezu ein literarischer Geniestreich von dir. Als genügsames Wüsten- und Lastentier, dem dank fehlender Daumen die Genüsse der Handarbeit versagt bleiben, passt es perfekt in die trostlose Atmosphäre des ausgetrockneten Flussbettes. Dies kann man durchaus als Metapher für die Entfremdung des Menschen von seiner Hände Arbeit betrachten, die trotz aller Sehnsucht nach Heimat in einer tiefen Heimatlosigkeit  resultiert. Dabei erscheint das Unterfangen, einem Kamel das Klöppeln beizubringen, langwierig, gleichsam aussichtslos. Hier müssen sicher Alternativen gesucht werden. Somit erhält der Text eine zukunftsweisende Richtung, die Raum lässt für eigene Kreativität und Lösungsansätze für eine schwerwiegende gesellschaftlich Problematik. In hundert Jahren wird jedes Kind im Deutschunterricht unser Elfchen behandeln. Bestimmt!

An den Leser: Ein Elfchen ist ein Gedicht aus genau elf Wörtern. Kennst du vielleicht aus der Grundschule. Der Rest ist ausgemachter Blödsinn. Erstaunlich, dass du bis hierher gelesen hast.

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