Schätersky erzählt

Die dunkle Seite des Frauchens

Für die Blogparade von Aram und Abra habe ich über die Superkräfte meines Frauchens geschrieben. Das ist allerdings nur die halbe Wahrheit. Die Beiträge von Shiva und Moe haben mich darauf gebracht, auch über die Kehrseite zu berichten. Denn meine Klientin hat auch Anti-Kräfte. Das ist eigentlich geheim, aber ausnahmsweise berichte ich euch davon. Ich weiß ja, dass ihr mich nicht verraten werdet. [Okay, es hat ein bisschen gedauert, bis ich diesen Text veröffentlichen konnte. Er musste halt erst durch die Zensur. Die wirklich interessanten Teile hat Frauchen leider gestrichen…]

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Erster Punkt: Anti-Fotoaffinität. Sie weigert sich einfach, in eine Kamera zu schauen…
Anti-Leinenkoordination

Die Schleppleine ist lang. Das ist schön. Ich kann mich recht frei bewegen, während wir verbunden sind. Andererseits ist es auch unschön. Wegen des Knotenpotentials. Sie bleibt stehen. Entknotet, rollt auf. Ich warte. Dann geht es weiter. Ich laufe vor. Sie gibt Leine nach. Ich laufe hin und her. Sie bleibt stehen. Entknotet. So geht das die ganze Zeit. Noch spaßiger ist es, wenn meine Kollegin auch an einer Schleppleine läuft. Dann kann Frauchen auch die beiden Leinen untereinander verknoten. Irgendwann gibt sie auf und trägt ein Knäuel spazieren.

Anti-Speiseerkenntnis

Ich bin ein Raubtier. Wer daran zweifelt, kann gerne mit meinen Zähnen Bekanntschaft schließen. Raubtiere fressen Fleisch. Und kein Karotten-Rote-Beete-Brokkoli-Zucchini-Löwenzahn-Püree mit Hirse und Kokosöl! Würdest du das essen? Dachte ich mir. Mir füllt sie es in meinen Napf. Dann habe ich keine Wahl! Was dort landet, muss ich hinunterschlingen. Es könnte mir ja jemand wegessen und dann würde ich kläglich verhungern. Aber das heißt nicht, dass es mir schmeckt. Auf keinen Fall!

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… Keine Ahnung, von wem sie das hat.
Anti-Gravitationsresistenz

Grundsätzlich ist das ja eine gute Sache. Dank Gravitation bleiben wir schön sicher auf der Erde und fliegen nicht ziellos umher. Frauchen hat es mit ihr manchmal ein wenig schwierig. Sie hat einfach nicht genügend Beine. Sie schleppt ständig Dinge herum und immer zu viele auf einmal. Sie lässt sie fallen. Oder sie fällt selbst. Das erschreckt mich. Könnte sie nicht bitte ein bisschen aufpassen?

Anti-Teilfähigkeit

Leider ist Frauchen extrem futterneidisch. Nach eigenen Angaben kann sie es überhaupt nicht ausstehen, beim Essen von Blicken durchbohrt zu werden. Damit wir das nicht tun, gibt sie uns nie etwas bei Tisch ab. Sie mampft einfach ungerührt vor sich hin und ignoriert uns. Gemein ist das! Das Argument, wir hätten ja vor ihr unser Essen bekommen, lasse ich nicht gelten. Ich bin nämlich noch lange nicht satt. Selbst wenn ich auf Spaziergängen Futter finde, nimmt sie es mir wieder ab. Dabei will sie es nicht einmal selbst essen. Sie gönnt es mir einfach nicht. Stattdessen bietet sie mir langweilige eigene Leckerchen an. Die sind bei weitem nicht matschig genug und nicht einmal ansatzweise verwest. Manchmal nehme ich gnädig eines. Manchmal spucke ich es wieder aus.

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Anti-Streicheltreue

Und nun das Schlimmste. Manchmal tut sie es. Sie streichelt andere Hunde! Wie kann sie nur? Sie streichelt meine Kollegin. Dabei mag die das gar nicht so sehr. Natürlich versuche ich, mich dazwischen zu schieben. Ich schubse meine Kollegin einfach ein bisschen mit dem Hinterteil und drücke meinen Kopf an Frauchens Hand. Mia beschwert sich nie. Frauchen schon. Sie schiebt mich einfach zurück! Das ist so fies. Doch es kommt noch schlimmer. Sie streichelt sogar fremde Hunde. Wenn ich bei ihr bin, passe ich auf sie auf. Dann wagt sich kein anderer Hund in ihre Nähe. Aber manchmal ist sie ohne mich unterwegs. Wenn sie nach Hause kommt, rieche ich es an ihren Händen. Sie hatte Kontakt zu einem fremden Hund. Heimtückisch hinter meinem Rücken. Man hat es nicht leicht mit ihr.

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