Das Leben und so

Ein Hund und der Sport

Zur Blogparade von miDoggy geht dieses Mal um Hundesport. “Diese Hundesportart macht jeden Sportmuffel zum Sportfreak”

Na ja, ein bisschen Sportmuffel sind wir ja schon. Das heißt, wir mögen Bewegung, sind gerne unterwegs. Aber wir haben gerne einen Sinn in der Bewegung. Zum Vergnügen hinter Bällen her rennen? Muss nicht sein. Trotzdem wollte ich gerne Hundesport mit Kalle betreiben. Für unsere Bindung, sein Selbstbewusstsein, um ihn noch ein bisschen in Kontakt mit fremden Menschen zu bringen. Also begann ich, nach einer Sportart für uns zu suchen.

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Alles, was hohe Geschwindigkeiten beinhaltet, fiel aus. Der Hund neigt ja zum Überdrehen und mit weiteren Hunden auf dem Platz wäre Stress vorprogrammiert. Obedience stand mal zur Auswahl, ihm hätte das möglicherweise gefallen. Aber ich selbst wollte mich nicht so recht damit anfreunden. Ich finde, ich schreibe ihm so schon genug vor, was er zu tun hat. Das wollte ich nicht auch noch im Sport tun müssen. So kam ich zum Mantrailing.

Nasenarbeit ist eine wundervolle Beschäftigung für Hunde und Mantrailing ist unglaublich faszinierend. Kalle hatte das Prinzip sehr schnell verstanden und es war toll zu sehen, wie er die unsichtbaren Geruchsspuren verfolgte. Was außerdem schön ist: Beim Trailen übernimmt der Hund die Führung, als Mensch muss man ihn lesen und seiner Nase folgen. Schön zumindest für mich, für Kalle war es zunächst doch etwas ungewohnt, dass das Frauchen nicht wie üblich vorausging. An sich arbeitete er sehr gut und gewissenhaft, durch sein mangelndes Selbstvertrauen war er aber doch recht schwierig zu lesen und anfällig für meine Fehler. Im Zweifelsfall entschied er eher so, wie er glaubte, dass ich es wollte, auch wenn er es eigentlich besser wusste. Trotzdem hatten wir viel Spaß, wir wollten ja keine Wettbewerbe gewinnen.

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Ihr merkt, dass ich in der Vergangenheit schreibe. Obwohl das Trailen toll war, haben wir wieder aufgehört. Denn es hat einen großen Haken: Den enormen Aufwand. Von den eineinhalb Stunden, die eine Trainingseinheit dauert, ist der eigene Hund etwa zehn bis fünfzehn Minuten tatsächlich am Suchen. Die andere Zeit vergeht mit dem Auslegen der Spur, dem Weg zurück zum Auto und dem Training der anderen Teams. In der Zeit, in der der Hund nicht an der Reihe ist, muss er alleine im Auto warten. Nicht jede Hundeschule bietet Mantrailing an. Unsere Anfahrtszeit betrug je nach genauem Ort 35 bis 45 Minuten für eine Strecke. Und Geld ist ja leider auch Zeit, und für ein Training zahlte ich etwa so viel, wie ich in meinem Studentenjob in knappen drei Stunden verdiene. Macht insgesamt fast sechs Stunden Zeitaufwand für fünfzehn Minuten Beschäftigung. Nicht gerade effizient…

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Also haben wir den Sport im Verein aufgeben und machen jetzt selbstständig, was mir gerade so einfällt. Mit einem Effizienzgrad von 100%! Wir machen lange Spaziergänge, fahren Rad oder Inliner. Ich lege Fährten für die Hunde, lasse sie verlorene Dinge finden, nach Dummys stöbern, in der Wohnung Teebeutel suchen und unterscheiden, oder mein Handy finden und anzeigen. Wir machen Wald- und Wohnzimmeragility, hüten Bälle, tanzen ohne jegliches Rhythmusgefühl, dafür aber mit viel Kreativität. Wir tricksen mit großer Begeisterung und lernen gerne auch anspruchsvollere Tricks. Wir spielen mit und ohne Spielzeug, rennend und rangelnd. Es gibt (außer Gemüsepüree) kein Futter aus dem Napf, alles wird beim Training, in Form von Suchspielen oder aus Futterspielzeugen erarbeitet. Die Hunde sind ausgelastet. Auch ohne Sport im Verein.

Und bei alldem kommt unsere absolute Lieblingssportart auch nicht zu kurz: Ausgiebiges Kuscheln und gemeinsames Dösen auf dem Sofa.

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0 Kommentare

  • Socke- nHalterin

    Ich finde es wichtig, dass man Hundesport nur macht, wenn es Hund und Halter super viel Freude macht und der Gesundheit nicht schadet. Und wenn man merkt, das der Hundesport nicht das Richtige ist, dann sollte man es auch lassen und ganz toll kuscheln.

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke

  • buddyschreibt

    Das erinnert mich an unseren Versuch auf der Windhundrennbahn: Stundenlanges Warten und Zuschauen bei den „echten Sportlern“ bis der „Mischling“ auf die Bahn durfte, ein paar hundert Meter flitzen und ausprobieren, anschließende Mittagspause und erneuter Ablauf wie oben. Das alles dann auch noch mit Hund 2, gehbehindert, nicht windhundbahnaffin, zuhause und stattdessen schlechtem Gewissen dabei – direkt vor Ort. Da kann der „Mischling“ noch so glücklich über das Rennadrenalin sein, wir finden auch andere Wege. Gemeinsam. Im Team. Wie es uns beliebt. In diesem Sinne: ein Hoch auf Wald- und Wohnzimmeragility und liebe Grüße von uns. 🙂

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