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Parallelwelt in _.214

2017_44.17_eins_lz | 365tageasatzaday

Hyperknall, er hatte tatsächlich Hyperknall gesagt. Dieses Wort existierte nicht einmal, dessen war sie sich sicher. Bei allem Respekt vor deren Arbeit hatte sie die explosiven Vorlieben einiger ihrer Kollegen aus dem Nachbargebäude nie ganz nachvollziehen können. Langsam goss sie flüssigen Stickstoff in das Behältnis und betrachtete die eiskalte Wüste aus Nebel, die sich schlagartig bildete, Wanderdünen im Zeitraffer und Oasen aus Flüssigkeit, die in Sekundenschnelle verdampften. Sie füllte nochmals nach und lehnte sich dann zurück, um auf das Wunder des verschwindenden Widerstands zu warten, das die Messgeräte anzeigen würden, sobald die kritische Temperatur erreicht wäre. Gewiss, sie konnte die Schönheit nicht bestreiten. Und trotzdem, ihr Reich war es nicht. Erst als sie wieder in ihrem Büro im Theoriegebäude war – solide Bücher statt empfindlicher Instrumente, leise summende Computern statt aufdringlich brummender Vakuumpumpen – war sie zu Hause. Genau hier, umgeben von Gleichungen, in denen die Welt lag, fühlte sie sich pudelwohl.

Hihi, diese abc.etüden machen irgendwie Spaß. Und diesmal kam ja auch ein Hund in einem der Wörter vor, passt also zu mir, oder? Obwohl ich dem Wort Hyperknall tatsächlich noch nie begegnet bin. Die Illustration ist wieder von ludwigzeidler.de.

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