Gedachtes

Wenn der Hund ein Mensch wäre

Ich liebe Hunde. Meine eigenen ganz besonders. Manchmal schaue ich sie an und kann kaum glauben, dass diese wundervollen Wesen zu mir gehören. Dieser Text ist mit einem Augenzwinkern gemeint.

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Hunde sind die besseren Menschen, oder? Hört man zumindest häufig. Dann gibt es dieses Zitat von Friedrich dem Großen: „Hunde haben alle guten Eigenschaften der Menschen, ohne gleichzeitig ihre Fehler zu besitzen.“ Irgendwie muss ich bei solchen Aussagen immer schmunzeln. Denn Leute, die so etwas behaupten, kennen Kalle nicht. Stellen wir uns mal vor, er wäre ein Mensch. Ein Mensch, der…

… den ganzen Tag faul herumliegt, während ich für unseren Unterhalt sorgen muss und meine ganze Freizeit damit verbringe, ihn zu bespaßen.

… jeden, der ihn beim Spaziergang freundlich grüßt, anschnauzt, er solle sich verziehen.

… jedem, der sich ihm trotzdem nähert, sofort eine runterhaut.

… versucht mich zu schlagen, wenn er sich über die Nachbarn ärgert.

… sich mit Vorliebe unappetitliche Dinge in die Haare schmiert.

… oder in den Mund stopft.

… mich am liebsten ständig kontrollieren würde, damit mir auch ja nichts zustößt.

… lebende Mäuse verschlingt, wenn man nicht aufpasst.

… eifersüchtig ist und mich gerne von allen anderen fernhalten würde.

… Katzen hasst.

Also Kleiner, sei froh, dass du kein Mensch bist. Du wärst hier schneller rausgeflogen, als du Pusteblume sagen kannst.

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Mein Hund ist kein besserer Mensch. Er ist überhaupt kein Mensch, und darüber bin ich heilfroh. Er ist ein Hund, der genau das tut, was in seiner Natur liegt. Er ist ein wundervoller Hund, mein Seelenhund. Weit entfernt davon, perfekt zu sein, genau wie ich.

Er liebt nicht bedingungslos. Sein Vertrauen und seine Zuneigung muss man sich verdienen.

Er stellt Fragen. Ob ich das wirklich ernst meine, und warum denn eigentlich.

Er urteilt nach dem Äußeren. Als kleine, zierliche Frau hat man es relativ leicht mit ihm, und als großer, kräftiger Mann sehr schwer. Außerdem ist er Rassist. Labradore mag er aus Prinzip nicht. Obwohl ich wirklich nette kenne.

Er kritisiert. Wenn ich Mist baue, zeigt er mir das, und das nicht immer auf die netteste Art.

Er ist kein Ideal, kein Spruch auf einer Postkarte. Er ist lebendig und wahr, er ist er selbst. Ein Miststück ist er manchmal auch. Aber ein sehr, sehr liebenswertes.

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